crescendos

double video projections

Nicht über Gebühr erhält Eric Lanz unsere Spannung aufrecht: zwei Minuten intensives Schauen, dann erscheint das nächste Bild,  das nächste Phänomen des Alltags. Denn alltäglich sind die so genannten armen Materialien, die uns Lanz präsentiert: Seifenschaum, ein Putzlappen, Wassertropfen. Wie in einem wissenschaftlichen Prozess verwandeln sie sich: Etwas, was eben noch fest erschien, erscheint plötzlich glibberig, etwas Schönes wird schaurig, etwas Banales wunderschön. Merkwürdige Assoziationen sind möglich: ist das ein Gesicht, ist dies das Innere eines Körpers, sehe ich Sternennebel im Kosmos oder Zigarrenrauch? Aus einer Aufnahmestunde destilliert Eric Lanz eine Minute Filmzeit,  bietet uns Fragmente dar, an denen sich Bilder im Kopf entzünden. In diesem Werk, das den aus der Musik entliehenen Titel Crescendo trägt (übersetzt: anwachsend), sind es 14 Motive, die auf zwei Screens abwechselnd auftauchen, eine sanfte Bewegung vortäuschen, die uns, die Betrachter, in eine dritte Dimension entführen: Auf dieser Wand ist eine Fülle von Räumen entstanden die wir mit den Augen betreten und erforschen können. Ich fühle mich an ein Museum erinnert, darin eine Ausstellung monochromer Bilder und Reliefs. Mit sachlichem Ernst und elegantem Humor präsentiert uns Lanz eine bezaubernde Welt aus banalen Dingen (...). Crescendo ist ein poetisches Werk, das losgelöst scheint von der Technik, die es zum Leben braucht.
Gertrud Peters

vimeo

Crescendo 1
at Kunstverein MMIII, Mönchengladbach

vimeo

Crescendo 2
at Kunsthalle Düsseldorf

vimeo

Crescendo moderato
at Kunstmuseum St Gallen

Cresc 1   photo 45 x 80 cm

Cresc 2   photo45 x 80 cm

Cresc 3   photo 45 x 80 cm

Cresc 4   photo 45 x 80 cm

Cresc 5   photo 45 x 80 cm

Cresc 6   photo 45 x 80 cm

vimeo

Morphing
at Kunstraum Düsseldorf

Das Ausgangsmaterial der Sequenzen besteht aus gefilmten Langzeitprozessen, etwa Verfalls- oder Deformationsprozessen, die aufgrund ihrer Langsamkeit der menschlichen Wahrnehmung entzogen sind. Diese Aufnahmen werden für die Wiedergabe beschleunigt und rückwärts abgespielt. Was eigentlich herab fällt, steigt nun auf, was an Volumen verliert, beginnt zu wachsen. Die Illusion des Werdens, hervorgerufen mittels technisch manipulierter Bilder, wird dem Betrachter als rätselhafter Wandel, als Schöpfung aus dem Nichts, zur genüsslichen Prüfung überlassen. Er wird bei genauer Betrachtung an einigen Sequenzen ihren Ursprung nachvollziehen oder erahnen können. Er wird vielleicht der desillusionierenden Einsicht erliegen, getäuscht worden zu sein – er wird in der nächsten Sequenz versuchen diese Sichtweise zu vergessen. ...
Michael Voets   (siehe unten)

Crescendo 2

double video projection with sound, 29' loop
at Kunsthalle Düsseldorf

Crescendo moderato

solo video projection with sound
at Kunstmuseum St Gallen

Crescendo 1

double video projection with sound, 29' loop
at Kunstverein MMIII, Mönchengladbach

Crescendo 1

double video projection with sound, 29' loop
at Saarländisches Künstlerhaus

Morphing

double video projection, 22' loop
Das im verschwinden Erfasste
at Folkwang Museum, Essen

Morphing

double video projection, 22' loop
at Kunstraum Düsseldorf

Morphing  Eric Lanz  2006
Kunstraum Düsseldorf
21 x 15 cm 16 p.
Text von Michael Voets  (d)


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